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Der Yume Massagen Babymassage-Guide

Einführung

1. Was ist Massage?
Die Massage ist eines der ältesten Heilmittel der Welt und hat überall, in allen Kulturkreisen ganz unterschiedlicher Ausprägung eine lange Tradition.
Das Wort „Massage“ leitet sich vom arabischen „masaha“ ab, was Berührung im weitesten Sinne bedeutet. Durch diese Begriffsbildung erfahren wir gleichzeitig die Antwort auf eine interessante Frage, nämlich was Massage eigentlich ist. In unserer westlichen Welt kennt man Massage meist nur vom Physiotherapeuten, wo besonders effiziente Techniken zur Linderung von Schmerzen und Verspannungen eingesetzt werden um kranke Menschen wieder zu mobilisieren. Im ursprünglichen Wortsinne ist Massage aber Berührung in ihrer ganzen Vielfalt. Die heilsame Wirkung der Massage geht eigentlich darauf zurück, dass Berührung ein menschliches Grundbedürfnis ist, das von größerer Bedeutung für die Gesundheit ist als Nahrung oder Schlaf. Für die Gesundheit eines Menschen in jedem Alter, besonders aber für die Entwicklung von Kindern, ist regelmäßige, liebevolle Berührung von kaum zu überschätzender Bedeutung.

In der Gesundheitsvorsorge und im Wellnessbereich gibt es eine Myriade an Massageangeboten aus allen Kulturkreisen der Welt. Diese Angebote richten sich zu meist aber nur an Erwachsene. Dass aber auch und gerade Kinder von regelmäßiger Massage sehr profitieren, ist hier in Europa eigentlich erst durch die hervorragende Arbeit von Frédérick Leboyer etwas bekannter geworden. Dieser französische Gynäkologe hat von 40 Jahren die ayurvedische Kindermassage nach Europa gebracht, weshalb sie bei uns auch als Leboyer-Massage bekannt ist. Wer sich für die ayurvedische Kindermassage interessiert, findet hier eine ausführliche Anleitung dazu.

Die ayurvedische Kindermassage ist einfach zu erlernen und tut jedem Kind bis in die Pubertät hinein gut. Leboyer hat sich als Geburtshelfer natürlich auf die Arbeit mit Neugeborenen spezialisiert, weshalb man bei uns eigentlich nur die Babymassage kennt und im Allgemeinen, wenn man sie denn überhaupt erlernt hat, damit wieder aufhört, sobald das Baby zu krabbeln anfängt. Weil aber Massage so wunderschön und wichtig für Kinder in jeder Lebensphase ist, möchte ich Ihnen heute gerne einen kleinen Exkurs in die bunte Welt der „Wohlfühl-Massage für Kinder“ geben. Da gibt es nämlich viele, wunderbare Möglichkeiten, die sich ganz einfach zu Hause machen lassen.

2. Was bringt Massage?
Ich möchte hier nur einige der zahlreichen positiven Effekte der Kindermassage kurz widergeben:

- sie stärkt die emotionale Beziehung zwischen Kind und Elternteil – sie fördert das Körperbewußtsein und die motorische Entwicklung – sie lernen ihr Kind besser kennen und können so Anzeichen für Erkrankungen früher wahrnehmen – sie hilft die Eindrücke des Tages zu verarbeiten und belastende Emotionen freizusetzen – Verspannungen werden gelöst, „Wachstumsschmerzen“ lassen nach – schulische Ängste, Leistungsdruck und Überforderung können harmonisiert und abgebaut werden – die inneren Organe werden tonisiert, das Immunsystem gestärkt und das innere Gleichgewicht gefördert – es tut einfach gut – Ihnen und Ihrem Kind!

3. Vorbereitung einer Massage – Was, wann, wo, wie?
Wenn Sie Ihr Kind massieren wollen, müssen immer vorher ein paar grundlegende Dinge gegeben sein.

Äußere Bedingungen:
Sie brauchen einen warmen, gemütlichen Ort, z.B. das Wohnzimmer, und eine geeignete Unterlage, also ein Bett, eine Couch oder eine Matratze auf dem Boden.
Eine Duftlampe mit dem Lieblingsduft Ihres Kindes, sanfte Musik und Kerzen tragen zu einer schönen Stimmung bei – muß aber nicht immer sein
Tragen Sie lockere Kleidung, halten Sie Handtücher und ggf. Küchenpapier bereit wenn Sie mit Öl massieren.
Als Massageöl verwenden Sie am besten Pflanzenöl, das auch zum Verzehr geeignet ist, wie z.B. Sesamöl, Weizenkeimöl oder Mandelöl. Diese Öle werden im Ayurveda Basisöle genannt und eignen sich für jeden. Verzichten Sie auf Zusätze oder mineralische Öle, diese sind oft teurer und eignen sich weniger gut.
Wenn Ihr Kind stark allergiegefährdet ist oder unter Allergien leidet, sollten Sie erst mit Ihrem Kinderarzt besprechen, welche Öle Sie verwenden können.
Wenn Sie mit anderen Materialien arbeiten wollen (mehr dazu später), sollten diese auch bereit liegen.
Planen Sie ca. 30-60 Minuten für die Massage ein. Die genaue Dauer ist auch von Ihrem Kind abhängig, manche Kinder könnten stundenlang massiert werden, andere verlieren bereits nach kurzer Zeit das Interesse. Probieren Sie es einfach aus und seien Sie flexibel!
Massieren Sie Ihr Kind so oft Sie Zeit dazu haben und es Ihnen Freude macht, ideal wäre mehrmals in der Woche.

Innere Bedingungen:
Sie sollten nicht massieren, wenn Sie oder Ihr Kind sich nicht wohl fühlen, sei es krankheitsbedingt oder generell beim Gedanken an Massage. Es soll Ihnen beiden Freude machen, nur dann erzielen Sie auch die gewünschte Wirkung.
Eine wichtige Voraussetzung für Massage ist Präsenz und Achtsamkeit. Seien Sie wirklich hier und jetzt bei Ihrem Kind und nicht in Gedanken bei der Einkaufsliste oder dem Essensplan für die kommende Woche. Achten Sie auf die Bedürfnisse und Vorlieben Ihres Kindes und fragen Sie es immer mal wieder wie es sich fühlt.
Massieren Sie nicht unter Zeitdruck oder wenn Sie gestresst sind.
Entspannen Sie sich vor der Massage z.B. durch langsames Atmen oder einfach ein paar ruhige Momente.
Wenn Sie sanft und achtsam mit Ihrem Kind umgehen, können Sie nichts falsch machen.

Baby- und Kindermassage

1. Grundlegende Massagetechniken

In der klassischen Massage gibt es 5 Grundtechniken, die bei Kindern natürlich viel sanfter als bei Erwachsenen ausgeführt werden.

Streichung
StreichungenStreichungen

Die Streichung ist der angenehmste und entspannendste Handgriff der Massage. Sie wird vor allem am Anfang zum Verteilen des Öls eingesetzt und um die Haut des Kindes an die Berührung durch die Hand zu gewöhnen. Während der Behandlung dient sie als Erholungspause zwischen den anderen Griffen. Zum Abschluss der Massage wird die Streichung zur Entspannung der Muskulatur und Erholung angewendet.


Zirkelung
Zirkelungen

Eine Form der Streichung, sind die sogenannten Zirkelungen, welche in der Baby- und Kindermassage besonders häufig vorkommen. Diese Technik spielt in der Ayurvedischen Marmapunktmassage eine große Rolle und damit auch in der Babymassage, die eine Abwandlung der Marmapunktmassage darstellt.






Knetung, Walkung
Knetungen Knetungen

Haut und Muskulatur werden entweder zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger oder mit der ganzen Hand/beiden Händen gefasst und geknetet bzw. gewalkt. Bei der Knetung wird die Wirkung auf die Muskulatur von den Händen erzeugt, bei der Walkung geschieht dies durch den Druck des Muskels auf die darunter liegenden Knochen. Beide Griffe werden vor allem verwendet, um Verspannungen zu lösen. Sie wirken auf die Muskulatur und das Unterhautbindegewebe, und verbessern die Durchblutung.


Reibung
Reibung

Die Fingerspitzen oder die Handballen führen kleine, kreisende Bewegungen auf dem Muskel aus. Dieser Griff sollte vorsichtig angewendet werden, da es sonst weh tun kann.







Klopfung
Mit der Handkante, der flachen Hand, oder den Fingern werden kurze, schlagende Bewegungen ausgeführt. Diese fördern die periphere Durchblutung, verändern den Tonus, also die Anspannung, der Muskulatur. Jeder kennt diese Klopfmassage z.B. wenn das Kind sich verschluckt hat und man ihm mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter klopft.

Vibration
Vibration

Vibrationen werden durch so genanntes Muskelzittern erzeugt. Die Fingerspitzen oder die flache Hand werden aufgelegt und der Masseur erzeugt das Muskelzittern. Die Wirkung kann bis in tiefer gelegene Gewebe und Organe reichen. Dieser Handgriff ist lockernd und hat somit unter anderem eine krampflösende Wirkung.
In den verschiedenen Massagestilrichtungen gibt es noch eine Vielzahl weiterer Techniken. Die ayurvedische Baby- und Kindermassage z.B. besteht aus einer Sammlung ganz konkreter Grifftechniken für jeden Körperbereich, die sich letztlich aber alle mehr oder weniger aus den oben genannten Grundtechniken zusammensetzen, hauptsächlich aus Streichungen.

2. Besondere Materialien

Neben der klassischen, ayurvedischen Kindermassage gibt es aber noch viele weitere Möglichkeiten für Massagen. Dazu möchte ich Ihnen einige Massagearten vorschlagen, die meiner Erfahrung nach Kindern viel Spaß machen.

Als erstes wäre da die allseits beliebte Schokoladenmassage zu nennen. Bei dieser Massage wird Mandelöl mit Kakaopulver und Kakaobutter gemischt, vorsichtig erwärmt und mit einem großen Pinsel auf die Haut aufgetragen. Der Schokoladenduft und das lustige Gefühl, dass durch das Auftragen mit dem Pinsel entsteht, macht den Kindern will Spaß. Sie können auch Bilder, Zahlen und Buchstaben auf die Haut malen und das Kind raten lassen.

Eine weitere Art, massiert zu werden, ist mit weichen Materialien wie Federn, Watte, Plüsch, Lammfell oder Wollhandschuhen. Dabei wird einfach mit diesen Materialien sanft über den Körper gestrichen (natürlich ohne Öl, aber evtl. mit etwas Babypuder). Viele Kinder werden bei dieser Massage ganz ruhig und konzentriert, denn die sehr sanfte Berührung mit den verschiedenen Materialien ist ausgesprochen beruhigend. Eine Form dieser Massage ist die Touch of Silver Wings.

Neben den weichen Materialien ist aber auch eine Massage mit harten Materialien sehr interessant und angenehm. Glatte, runde Steine, wie z.B. Flußkiesel, Muscheln (hier auf scharfe Kanten achten), Edelsteine, Holzkugeln, weiche Bürsten usw. eignen sich ebenfalls gut für die Massage, sollten aber ggf. vorher in einem Wasserbad aufgewärmt werden. Hier finden Sie eine Anleitung für die Hot Stone Massage.

Im Sommer oder in der Badewanne ist es auch schön, einfach warmes Wasser über den Körper laufen zu lassen. Mal mehr, mal weniger, tröpfelnd oder in Schlangenlinien – auch das ist Massage!

3. Berührungsspiele

Die Möglichkeiten bei der Massage sind wie man sieht unbegrenzt, eine besonders schöne Variante möchte ich Ihnen zum Schluß noch vorstellen, nämlich die Berührungsspiele.
Die kennen viele Kinder schon aus dem Kindergarten, auch für Zuhause ist das eine super Regenstagsbeschäftigung und auch ansonsten jederzeit eine tolle Sache. Wer in einer Mutter-Kind-Gruppe war, kennt das auch schon, denn Berührungsspiele richten sich natürlich mehr an jüngere Kinder. Besonders in der Pubertät wollen die Jugendlichen eigentlich genau wie Erwachsene einfach massiert werden, z.B. um ihre Verspannungen loszuwerden, aber Kinder bis etwa 8 Jahre kann man sehr gut für Berührungsspiele begeistern.

Die einfachste Form ist die, dass Ihr Kind sich auf den Bauch legt und Sie auf seinem Rücken „arbeiten“. Dabei können Sie z.B. „Kuchen backen“, der Rücken des Kindes ist die imaginäre Arbeitsplatte und darauf wird nun Mehl verteilt, Eier werden aufgeschlagen, dann wird der Rücken zum Teig und muß kräftig durchgeknetet werden, wird mit dem Unterarm-Nudelholz ausgerollt und schließlich nachdem Backen mit der Handkante in Stücken geschnitten.

Oder Sie waschen Wäsche auf dem Waschbrett-bauch, waschen Ihrem Kind die Haare mal ganz ohne Wasser und Seife, putzen imaginäre Schuhe an den Füßen oder schrauben Muttern auf die Arme und Beine. Hier sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt – denken Sie sich mit Ihren Kindern gemeinsam neue Spiele aus.

Sehr schön ist es auch, wenn Sie Ihrem Kind eine Massagegeschichte erzählen, bei der beispielsweise die Sonne aufgeht, wenn Sie eine Sonne auf den Rücken des Kindes malen oder Regentropfen auf seine Schultern fallen, wenn Sie sanft trippelnde Bewegungen mit Ihren Fingern machen. Sie können einen Massagehandschuh anziehen und damit den Rücken Ihres Kindes massieren während Sie eine Geschichte von einem Igel erzählen. Oder Sie beginnen bei den Füßen die Geschichte eines Samenkorns, das langsam zu einem stattlichen Baum heranwächst.

So wie Sie mit Ihrem Kind Fingerspiele gemacht haben, als noch kleiner war, hat es jetzt seine Freude an Berührungsspielen, die den ganzen Körper mit einbeziehen. Hier ein Beispiel:

Ein kleines Mäuschen wie man weiß,
Läuft immer gern in einem Kreis,
auch mal rauf und auch mal runter,
putzt dabei ihr Mäulchen munter,
geht mal langsam, geht mal schnell,
bleibt auch mal auf einer Stell’,
doch wird es dann der Maus zu bunt,
läuft sie einfach wieder rund.

Lassen sie eine oder beide Hände als Mäuschen über den Rücken, die Schultern, Bauch oder Beine des Kindes krabbeln, entsprechend der Bewegungen im Text.

Sie können sich solche oder ähnliche Reime selbst ausdenken oder Ihre eigene Massage passend zu einem der vielen, bekannten Kinderreime zusammenstellen. Seien Sie fantasievoll oder lassen Sie Ihr Kind etwas erfinden, was Sie dann umsetzen.
Hier noch ein Beispiel:

War ein Ries bei mir zu Gast,
Sieben Meter maß er fast,
Hat er nicht ins Haus gepaßt,
Saßen wir im Garten.
Weil er gar so riesig war,
Saßen Raben ihm im Haar,
Eine ganze Vogelschar,
Die da schrien und schwatzten.
Er auch lachte laut und viel,
Und dann schrieb er mir zum Spiel – Bleistift war der Besenstiel – Seinen Namen nieder.
Und er schrieb in einem Trumm:
Mutakirorikatum.
Ebenso verkehrt herum,
Ja, so hieß der Gute.
Falls ihr einen Riesen wißt,
Dessen Namen also ist,
Und der sieben Meter mißt,
Sagt, ich laß ihn grüßen.
(Josef Guggemos)

Massageschritte (Vorschlag)

Das Kind liegt auf dem Rücken.
Streichen Sie von den Füßen bis zu den Schultern über den Körper und wieder zurück.

Fahren Sie dem Kind durch die Haare und machen Sie die Vogelschar nach, wie sie wild herumflattert und auf den Schultern landet.

Streichen Sie mit den Händen, die noch auf den Schultern ruhen, hinunter bis zum Bauch und massieren Sie ihn im Uhrzeigersinn.

Schreiben Sie mit dem Finger das Wort Mutakirorikatum auf den Bauch.

Streichen Sie von den Schultern zu den Füßen und wieder zurück.
Ich hoffe dieser kurze Einblick ein die Welt der Kindermassage hat Ihnen ein paar Anregungen gebracht und ich würde mich freuen, wenn Sie manches davon mit Ihren Kindern umsetzen können.

Wenn Sie gerne an einem Kurs über die ayurvedische Baby- oder Kindermassage teilnehmen wollen, dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf. Ein Kurs findet statt, wenn genug Interessenten zusammen kommen, also etwa 4-5 Personen.




Yume Massagen bietet Ihnen zahlreiche Massagen und Wellnessanwendungen. Unseren Heimservice können Sie im gesamten Landkreis Deggendorf und im Landkreis Dingolfing-Landau in Anspruch nehmen. Größere Entfernungen bitte anfragen. Die Praxis finden Sie im Schulweg 6 in Otzing, Nähe Plattling.